Personalgebäude und Fahrzeughallen im Olympiapark
Wie sich ein nüchternes Funktionsgebäude eines biologischen Phänomens bedient und sich damit tief in die Topografie des Berliner Olympiageländes einbettet.
Der Berliner Olympiapark ist von historischen Bauten sehr unterschiedlichen Maßstabs geprägt, die einheitlich aus Kalkstein und Klinker gebaut sind. Für die Mitarbeitenden der Parkpflege waren die Wege auf dem 132 Hektar großen Gelände oft weit, um von einem Gebäude zum nächsten zu gelangen. Mit der Errichtung eines Betriebshofes im nördlichen Teil des Parks werden die einst überall verstreuten Lager-, Sozial-, Geräte- und Werkstattgebäude nun zentral organisiert: Ein Haus, in dem alles zusammenkommt, und das sich in den Maßstab seiner Umgebung einfügt.
Der Betriebshof ist modular konzipiert: Das Personalgebäude dient als Kopfbau; daran schließen sich vier Hallen an, die mit einem Abstand von jeweils fünf Metern zueinander gestaffelt stehen. Ein auskragendes Vordach verbindet alle Module miteinander und sorgt dafür, dass man auch bei Wind und Wetter trocken vom letzten Tor zum Personalgebäude gelangt.
Stützenfrei in Stahlbauweise errichtet, lassen sich die Hallen flexibel in beliebige Nutzungsflächen aufteilen. Hier ist ausreichend Platz für sämtliche Werkzeuge, Fahrzeuge und Maschinen, die zur Instandhaltung und Pflege des Parks benötigt werden. Belichtet werden die Räume über einen umlaufenden Oberlichtkranz im Attikabereich sowie über verglaste Fassadenfelder in den Sektionaltoren.
Das Personalgebäude hingegen wurde als Holzbau konzipiert. Hier befinden sich die Büros, Sozialräume und Umkleiden der Mitarbeitenden. Im Inneren treffen Holzdecken auf gelbe Linoleumböden und weiße Wände – der Materialmix sorgt für ein warmes Raumklima.
Die Baukörper betten sich tief in das abgeböschte Parkgelände ein und bilden mittels einer Fassadenbekleidung aus liegenden Holzleisten die natürliche, waldhafte Umgebung nach. Die Lamellen sind werkseitig in drei variierenden Vorvergrauungstönen lasiert. Die Lasuren sind nicht filmbildend und gehen in eine natürliche Verwitterung über. So entsteht ein lebendiges Fassadenbild, welches – inspiriert vom Phänomen der Mimikry – seine Umgebung nachahmt: In diesem Fall quergestreift, wie ein gewachsener Bestandteil des Parks.
Die bauliche Umsetzung erfolgte in zwei Abschnitten: Zuerst wurden das Personalgebäude und eine Halle errichtet. Nach deren Fertigstellung folgten die drei weiteren Hallen und die Verbindung aller Baukörper mit dem großen, gemeinschaftlichen Vordach.