Fenster zum Hof

Fenster zum Hof

Denkmalgeschütztes Gutshaus und moderne Werkhalle

Projektname Restaurierungszentrum Berlin
Jahr 2009
Ort Berlin Grünau
Awards Berliner Holzbaupreis 2019, Kategorie Neubau
Awards „Geplant und Ausgeführt 2012“ Internationale Handwerksmesse München
Awards Heinze Architektenaward 2011 „Einzigartiger Nichtwohnbau“
Awards pbb Architekturpreis für vorbildliche Gewerbebauten 2010
Awards Hans Schaefers Preis 2010, Nachwuchspreis BDA Berlin
Restaurierungszentrum Berlin

Wie ein historisches Gutsgelände zum Ausbildungsort für das Handwerk wird — und ein Neubau sich ganz selbstverständlich einfügt.

Ein Ort mit Geschichte, bereit für Neues

Das Gutsgelände trägt die Spuren vieler Jahrzehnte. Seine historischen Gebäude prägen das Ensemble, doch die Nutzung hatte sich längst gewandelt: Hier sollte ein Ausbildungszentrum entstehen — für Restauratoren und Tischler, für Menschen also, die selbst im täglichen Umgang mit alten Strukturen und Materialien arbeiten. Gesucht war ein Neubau, der dieser Spannung gerecht wird: funktional und zeitgemäß, ohne den Bestand zu verdrängen.

Im Dialog mit dem Altbau

Der Entwurf für die neue Werkhalle folgt einer klaren Haltung: Der Neubau ordnet sich dem historischen Gutshaus unter. Seine äußere Geometrie ist von den Dachkanten des Altbaus abgeleitet, seine Traufe bleibt bewusst niedriger. So bleibt das alte Gebäude als Kopf der Anlage sichtbar — die Halle tritt in den Hintergrund, ohne zu verschwinden. Fassade und Dach gehen ineinander über und formen eine zusammenhängende Gebäudehülle, die sich gleichzeitig zum Hof und zum Altbau öffnet.

Offen nach innen, geschlossen nach außen

Innen organisieren sich die Werkstatträume auf zwei Ebenen; Glaswände trennen die einzelnen Bereiche: das wettergeschützte Vordach, die Maschinenhalle im Erdgeschoss, den Werkraum im Galeriegeschoss — und ermöglichen zugleich Blickverbindungen. Die Auszubildenden sehen einander bei der Arbeit, von jedem Arbeitsbereich aus öffnet sich der Blick in den Hof.

Zur Straße hin zeigt sich die Halle weitgehend geschlossen, nur von schmalen, vertikalen Fensterschlitzen gegliedert. Eine bewusste Entscheidung — zum Schutz der angrenzenden Wohnbebauung vor dem Lärm der Maschinen.

Holz, das bleibt — und Holz, das heizt

Die Halle ist als Holzskelettbau errichtet — kostengünstig, klar in der Konstruktion, ausgesteift durch Decke und Treppenläufe. Das weit auskragende Dach schafft im Außenbereich eine überdachte Zone: witterungsgeschützter Lagerplatz für Holz im Winter, erweiterter Arbeits- und Pausenbereich im Sommer. Was beim Arbeiten täglich anfällt, wie Holzreste, Verschnitt, Abschnitte, wird nicht entsorgt, sondern verbrannt: Eine Stückholz-Zentralheizung versorgt Altbau und Neubau gemeinsam mit Wärme. Der Kreislauf des Materials schließt sich am Ort selbst.

„Mit seiner Beschränkung auf den Baustoff Holz und den Einsatz einer Stückholzzentralheizung zur Nutzung der anfallenden Holzreste erweist sich der Bau als vorbildhaft im Sinne nachhaltigen Bauens.“
Jury, pbb Architekturpreis für vorbildliche Gewerbebauten 2010

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Fakten

  1. Auftraggeber Restaurierungszentrum Berlin e.V.
  2. Team Tim Bauerfeind, Henning von Wedemeyer
  3. Ort Berlin-Grünau
  4. Planungs- und Bauzeit 2007–2009
  5. Leistungen LPH 1-8 HOAI
  6. Fotos Ulrich Schwarz, Berlin

Auszeichnungen

  1. 2019 Berliner Holzbaupreis, Kategorie Neubau
  2. 2012 Nominierung „Geplant und Ausgeführt“ Internationale Handwerksmesse München
  3. 2012 Shortlist Heinze Architektenaward „Einzigartiger Nichtwohnbau“
  4. 2010 pbb Architekturpreis für vorbildliche Gewerbebauten
  5. 2010 Hans Schaefers Preis, Nachwuchspreis BDA Berlin

Presse

  1. Aus allen Richtungen. Positionen junger Architekten im BDA, Karl Krämer Verlag – 2013
  2. Re-Use Architecture, Braun Publishing Verlag – 2011
  3. Mikado – 05/2011