Naturkita mit grünen Zeltdächern
Wie eine Kita die Natur zum Spielplatz erklärt und ihre Walmdächer darum auch mit Pflanzen und Tieren teilt.
Die Gemeinde Wandlitz wünschte sich eine Kita am Rand des gleichnamigen Sees, eingebettet in den baumbestandenen Naturraum am benachbarten „Barnim Panorama“. Das von uns entworfene eingeschossige, als Holzbau errichtete Gebäude bettet sich behutsam in seine Umgebung ein und wird durch sein Erscheinungsbild mit begrünten Walmdächern selbst zur Landschaft. Leitmotiv für den Entwurf ist die Symbiose von Architektur und Naturraum: Nicht das Haus tritt vor die Natur, sondern die Natur durch das Haus.
Das Ensemble besteht aus drei Gebäudevolumen, von denen jedes einer Funktion zugeordnet ist — Krippe, Kita und Verwaltung. Alle erschließen sich von einem gemeinsamen Foyer aus, das räumlich von der Straße zurückversetzt über einen zentralen Vorplatz erreicht wird. Zu Krippe und Kita gehören jeweils ein eigener Garderoben- und Sanitärbereich, die sich farblich unterscheiden. Ein großer Gemeinschaftsraum ist mit einer langen Küchenzeile im Kindermaßstab ausgestattet: ein fabelhafter Ort zum Lernen und Experimentieren für zukünftige Köchinnen und Köche.
Im Inneren legen sich die Räume von Krippe und Kita als Ring um jeweils eine eigene Mitte: ein „Haus im Haus“ – dieses avanciert so zum Zentrum des gemeinsamen, gruppenübergreifenden Spielens. Jeder Raum hat direkten Bezug zu dieser Mitte — das erzeugt kurze Wege, Übersichtlichkeit und Transparenz. Kleine Fenster erlauben In- und Ausblicke. Die Gruppen- und Erweiterungsräume lassen sich zu größeren Raumsequenzen zusammenschalten und verbinden sich durch die bodentiefen, zu öffnenden Verglasungen mit den Spielflächen im Garten.
„Der Entwurf überzeugt durch seine städtebaulich, architektonisch und landschaftsplanerische sowie nutzungsspezifisch gelungene Gesamtkomposition.“
Juryprotokoll, 1. Preis Beschränkter Wettbewerb
Das Gebäude wurde als reiner Holzbau errichtet, sowohl in seiner Tragstruktur als auch im Innenausbau. Die Fassade besteht ebenfalls aus Holz in Form von vertikal verlegten Lamellen aus imprägniertem Lärchenholz, die mit der Zeit durch Witterungseinflüsse leicht vergrauen werden. Das Haus ist BNB-Silber-zertifiziert.
Über dem Ensemble erheben sich grüne, skulpturale Walmdächer — sie verleihen dem Bau seine bezeichnende Gestalt und schaffen zugleich einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Über Biofiltration mindern sie den CO₂- und Feinstaubanteil in der Luft sowie die Schadstoffbelastung des Abwassers. Das Holz im Primärtragwerk und an der Fassade verbessert die Ökobilanz des gesamten Gebäudes.
„Innen- und Außenräume treten in hervorragender Weise in Wechselbeziehung.“
Juryprotokoll, 1. Preis Beschränkter Wettbewerb
Rund um die Kita liegen Spielflächen, die in den Baumbestand übergehen — der Wald beginnt nicht am Zaun, sondern reicht bis in den Hof. Mit dieser Verzahnung haben wir den Naturraum bewusst zum erweiterten Gruppenraum erklärt. Die Kinder lernen die Symbiose, von der das Haus erzählt, im täglichen Spiel.